Vitello Avocado | Der Italo-Klassiker ohne Fischfreund

Vitello Avocado – was soll denn das jetzt wieder sein?

Wer kennt ihn nicht, den Vorspeisen-Klassiker im italienischen Lokal: Vitello tonnato? Ihr habt es satt, diese „Surf & Turf“ Variante zum 7.000sten Mal ertragen zu müssen (zumal es auch meist eher schlecht als recht dargeboten wird)? Aufgepasst: Heute starten wir mit einer Interpretation dieser Idee völlig neu durch: Vitello Avocado. Man nehme die grüne Frucht (botanisch gesehen handelt es sich sogar um eine Beere) der Inka und kegle damit den Tunfisch von der Zutatenliste für ein Vitello.

Avocado und Kalbfleisch bilden ein wunderbares Team: Vitello Avocado

Natürlich wird es jetzt auch diejenigen unter euch geben, die sich fragen: Warum soll ich diese perfekte Symbiose denn bitte ersetzen? Nun die Frage ist recht einfach und schnell beantwortet: Blickt einmal über den Tellerrand. Vor allem für die warmen Temperaturen ist das Vitello Avocado eine frischere Alternative. Außerdem kann ich euch auch verraten, dass das Vitello Avocado quasi als Ass im Ärmel durchgeht. Wenn ihr Gäste zum Essen einladet, werdet ihr sie mit einer solchen Vorspeise weit mehr begeistern können, als der klassischen Version, die langsam einfach zu Ende erzählt ist. Persönlich finde ich tatsächlich auch, dass ein Vitello in der 2.0 Variante, auf einem Teller optisch mehr hermacht, als die klassische Version. Sind wir mal ehrlich, dieser Einheitsbrei an Braun- und Rosatönen holt doch keinen von der Tagesschau weg. Ein frisches Grün hingegen lässt Hoffnung erstrahlen, dass sich keiner mehr dem Vitello Avocado verwehren kann.

Der Gamechanger beim Vitello Avocado: Die Alligatorbirne

Die Avocado, auch als „Butterfrucht“ bekannt, stammt ursprünglich aus Mexiko und Zentralamerika und wird heute weltweit angebaut. Die birnenförmige Frucht mit der samtigen, grünen Schale und dem cremigen Fruchtfleisch hat in den letzten Jahren einen regelrechten Hype erlebt und findet sich in zahlreichen Gerichten und Smoothies wieder. Avocados sind nicht nur lecker, sondern auch sehr gesund. Sie enthalten viele ungesättigte Fettsäuren, Vitamin E und Kalium. Zudem sind sie vielseitig einsetzbar und passen zu herzhaften sowie süßen Speisen.

Die Creme für das Vitello Avocado überzeugt durch Farbe und Geschmack

Ein interessanter Fakt über die Avocado ist, dass sie botanisch gesehen eigentlich eine Beere ist. Sie wächst an einem immergrünen Baum, der bis zu 20 Meter hoch werden kann und zur Familie der Lorbeergewächse gehört. Wusstest du auch, dass die Avocado erst reif wird, wenn man sie von der Pflanze pflückt? Das liegt daran, dass sie das Pflückreifeprinzip besitzt, was bedeutet, dass sie nach der Ernte erst an Geschmack und Konsistenz gewinnt. Also, wenn du das nächste Mal eine Avocado aus dem Supermarkt kaufst, lass sie ein paar Tage auf deiner Fensterbank nachreifen und du wirst den vollen, cremigen Geschmack genießen können. Kurzum, die perfekte Zutat für unser Vitello Avocado.

Und was kommt beim Vitello Avocado sonst noch auf den Teller?

Über die Hauptkomponenten des Gerichts haben wir uns nun schon zu genüge ausgelassen und das sollte jeder mitbekommen haben. Aber zur Sicherheit, sei nochmal angemerkt: Es dreht sich alles um Kalb und Avocado. Das Gericht wird durch den Austausch des Tunfisch eher in die Welt Süd- und Mittelamerikas gehoben. Deshalb finde ich es sehr passend für Crunch durch Süsskartoffeln zu sorgen.

Das Orange der Süßkartoffel is ein optischer Hingucker

Natürlich wollen wir uns aber auch etwas nostalgische Klassik beibehalten und deshalb dürfen auch Kapern bzw. Kapernbeeren nicht fehlen. Optisch reißen auch Kräuter und Kresse noch einiges rum – so ist mit Sicherheit der letzte Zweifler, der Daseinsberechtigung des Vitello Avocado, ruhig gestellt.

Besonders gut passt frisches Ciabatta zu dieser Variante des Vitello tonnato.

Vitello Avocado | Der Italo-Klassiker ohne Fischfreund

Portionen

4

Portionen
Zubereitungszeit

1

Stunde 

30

Minuten

Zutaten

  • 400g Kalbsrücken
    Salz, Pfeffer
    etwas Rosmarin und Salbei
    etwas Olivenöl

  • 1 Avocado
    120g Joghurt mager
    100g Pflanzenöl
    20g Olivenöl
    1 EL Kapern
    Saft und Abrieb einer Zitrone
    etwas Senf, Salz, Pfeffer
    ggf etwas Wasser

  • 1 Süßkartoffel
    etwas Pflanzenöl

  • Kräuter, Kapern und Kapernbeeren zum Dekorieren

Anweisungen

  • Das Kalb mit Salz und Pfeffer kräftig würzen und gemeinsam mit den Kräutern und etwas Öl in einem Plastikbeutel vakuumieren. In einem großen Topf Wasser auf 60 Grad Celsius erhitzen und darin das Kalb etwa 1,5 Stunden gar ziehen lassen. Am einfachsten klappt dies natürlich mit einem Sous-vide-Becken. Anschließend das Fleisch aus dem Plastik nehmen, und dünn aufschneiden.
  • Für die Creme werden alle Zutaten in einen höheren Messbecher gegeben und mit einem Pürierstab langsam vermengt. Sollte die Konsistenz etwas zu dick sein, kann man sich mit ein wenig kaltem Wasser behelfen und nochmals gut mixen.
  • Für die knusprigen Süsskartoffel-Chips wird diese erst von der Schale befreit und anschließend mit dem Sparspäler feine Streifen abgehobelt. Diese werden bis sie knusprig sind in einem Topf mit heißem Fett frittiert und anschließend auf Küchenpapier abgetropft.
  • Nun etwas Flesch mit der Creme anrichten und mit der Süsskartoffel, sowie Kräutern und Co garnieren.

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