Zwetschkenkuchen mit Zimtstreusel

Zwetschkenkuchen mit Zimtstreusel: Herbst in Action

Wenn im Garten meiner Eltern die Zwetschken reif wurden, wusste jeder: Es ist offiziell Herbst. Die Luft roch nach feuchtem Laub, ein bisschen Rauch vom Kamin, und irgendwo klapperte schon eine Schüssel, weil Oma beschlossen hatte, dass heute der Zwetschkenkuchentag ist. Dann half wirklich jeder mit – Papa auf der Leiter, ich mit klebrigen Fingern und einem Mund voller „verkosteter“ Früchte, Mama mit Mehl im Haar und der festen Überzeugung, dass Streusel nie zu viel sein können. Es war kein großes Familienritual, eher ein liebevolles Chaos, das jedes Jahr gleich begann und trotzdem immer anders endete – mal mit perfekt goldenen Streuseln, mal mit einem leicht angebrannten Rand (angeblich wegen „zu viel Gelächter in der Küche“).

Heute hole ich mir diesen Moment einfach zurück, sobald die ersten Zwetschken im Obstregal liegen. Denn nichts bringt mich schneller in Herbststimmung als der Duft eines frisch gebackenen Zwetschkenkuchens mit Zimtstreusel. Schon beim Backen erfüllt dieser Kuchen das ganze Haus mit einer Mischung aus süßer Wärme und vertrauter Nostalgie – ein bisschen wie ein Spaziergang durch den alten Garten, nur ohne klebrige Finger und Wespen in der Nähe.

Während draußen die ersten Blätter fallen, schmilzt drinnen die Butter in der Streuselkruste, der Zimt verströmt seine goldene Würze, und der Kuchenteig saugt sich mit saftigem Zwetschkensaft voll. Es ist diese Mischung aus Kindheitserinnerung, Geborgenheit und purem Genuss, die jedes Stück zu etwas Besonderem macht. Mein Zwetschkenkuchen mit Zimtstreusel ist also weniger ein Rezept als eine kleine Hommage an den Herbst – saftig, knusprig, duftend und so gut, dass man fast vergisst, den Teller abzustellen, bevor man das nächste Stück schneidet.

Warum wir Zwetschken so lieben – und wie sie am längsten frisch bleiben

Zwetschken sind kleine Wunderfrüchte: süß, leicht säuerlich und unglaublich vielseitig. Kein Wunder, dass sie in Österreich und Süddeutschland zum Herbst gehören wie das erste Paar Wollsocken. Ob als Marmelade, Kompott, im Knödel oder natürlich im Zwetschkenkuchen mit Zimtstreusel – ihre Balance aus Fruchtzucker und feiner Säure macht sie zu perfekten Backbegleitern. Beim Backen zerfallen sie leicht, geben Saft ab und verleihen dem Teig dieses typische, fast samtige Aroma, das einfach nach Spätsommer schmeckt.

die Farbe besticht auf jeden Fall – da kann der Zwetschkenkuchen mit Zimstreusel nur gelingen

Damit die Zwetschken auch wirklich ihren großen Auftritt im Kuchen erleben, lohnt sich ein Blick auf die richtige Lagerung. Am besten lagert man sie kühl, aber nicht im Kühlschrank – etwa in einem luftigen Korb an einem schattigen Ort. Wer sie doch länger aufbewahren möchte, kann sie entkernen, halbieren und einfrieren – so hat man auch mitten im Winter die Basis für einen spontanen Zwetschkenkuchen mit Zimtstreusel parat. Wichtig ist nur, reife Früchte mit fester Schale zu wählen und Druckstellen zu vermeiden. Denn je besser die Zwetschken, desto saftiger das Kuchenglück – und wer einmal diesen Duft im Ofen hatte, weiß: Der Herbst kann gar nicht schnell genug kommen.

So bleibt der Zwetschkenkuchen mit Zimtstreusel perfekt – und schmeckt noch besser

Ein Zwetschkenkuchen mit Zimtstreusel schmeckt frisch aus dem Ofen natürlich himmlisch – lauwarm, wenn der Saft noch leicht blubbert und die Streusel knuspern. Wer Reste hat (was selten vorkommt), bewahrt ihn am besten in einer luftdichten Dose oder unter einer Kuchenglocke bei Zimmertemperatur auf; so bleibt er zwei bis drei Tage saftig. Im Kühlschrank hält er etwas länger, verliert aber etwas von seiner fluffigen Textur.

Ein Turm nach meinem Geschmack

Besonders köstlich ist er mit einem Klecks Schlagobers, einer Kugel Vanilleeis oder – für die Puristen – einfach mit einer heißen Tasse Kaffee. Herbstglück auf die schlichteste, schönste Art.

Zwetschkenkuchen mit Zimtstreusel

Portionen

12

Portionen
Zubereitungszeit

1

Stunde 

30

Minuten

Zutaten

  • 320g Butter oder Margarine (weich bzw. flüssig)
    600g Mehl
    120g Zucker
    1 TL Zimt
    1,5kg Zwetschken
    4 Eier
    10 EL Milch
    1/2 Päckchen Backpulver

  • Mark einer Vanilleschote

Anweisungen

  • 120g flüssige Butter mit 200g Mehl, 40g Zucker und dem Zimt in einer Rührschüssel vermengen. Dabei die Masse mit den Fingern zu Streusel kneten und bis zum Gebrauch im Kühlschrank aufbewahren.
  • Die Zwetschken waschen, die Kerne entfernen und vierteln. Den Backofen weiters auf 175°C (Ober- und Unterhitze) vorheizen.
  • 200g Butter mit 80g Zucker und der Vanille cremig rühren. Die Eier einzeln einrühren und warten bis ein gleichmäßiger Teig entstanden ist. Mehl und Backpulver mischen und abwechselnd mit der Milch in Portionen zu dem Teig geben.
  • Ein tiefes Backblech einfetten oder mit Backpapier auslegen und den Teig darauf verteilen (gleichmäßig). Dicht mit den Zwetschken-Viertel belegen. Am Ende die Streusel gleichmäßig darauf verteilen und etwa für 50 Minuten im Ofen backen.

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