Rezepte mit Tiefgang
Es gibt viele Dinge, die ich mit meiner Kindheit verbinde. Gerüche, Erlebnisse, einzigartige Ausflüge – aber vor allem auch kulinarische Eindrücke. Meine Mama war seit jeher eine gute Köchin. Nun ja ich erinnere mich auch, an das ein oder andere ihrer Kochkünste, dass mich nicht so überzeugt hat (Stichwort: Wie verarbeite ich die vielen Gurken aus dem Garten? Oh eine Gurkesuppe ist eine tolle Idee. Kleine Side-Note: NEIN! Es ist keine gute Idee gewesen), aber in ganz besonderer Erinnerung sind mir diese Erdäpfel-Schnitzel geblieben. Kleiner Fun-Fact nebenbei: Dieses Rezept ist tatsächlich das erste, welches ich mit sportlichen 8-10 Jahren (so genau weiß ich das auch nich mehr) in einem Kochbuch veröffentlicht habe.
Resteverwertung alla Erdäpfel-Schnitzel
Wenn ich zurück denke, kann ich guten Gewissens sagen, dass bei uns zuhause zu meinen Kindheitstagen wirklich viel und frisch gekocht wurde. Meinen Eltern war es wichtig, dass zumindest beim Abendessen alle gemeinsam am Tisch sitzen und sich bewusst füreinander Zeit genommen wird. Punkt halb sieben, wenn mein Papa nach Hause gekommen ist, bin ich aus dem Zimmer geschossen und es gab Abendessen. Erste wichtige Rege für mich: Es wird nichts weggeworfen. Meine Mama hat mir schon früh eingebläut, dass Lebensmittel etwas Wertvolles sind und deshalb wurden auch Reste bei uns immer verwertet. Das bedeutet allerdings nicht, dass es „minderwertige“ Gerichte waren – im Gegenteil. Rezepte wie jenes, für die Erdäpfel-Schnitzel eignen sich dafür ganz besonders gut. Ganz sicher bin ich mir nicht (und Mama: korrigiere mich gerne!), aber ich denke dieses Rezept (in ähnlicher Art und Weise) stammte anno dazumal sogar aus einem 1 €-Kochbuch. Zugegeben- mit dem Preis für die Einkäufe kommt man heute vermutlich nicht mehr hin. Hauptzutat für die Erdäpfel-Schnitzel sind aber, genau wie früher, eine weltweite Grundnahrungsmittel-Knolle: die Kartoffel.
Die Vielseitigkeit der Kartoffel
Kartoffeln sind eines der vielseitigsten Lebensmittel, das in der Küche verwendet werden kann. Sie können auf unzählige Arten zubereitet werden, wie z.B. gekocht, gebacken, frittiert, gegrillt, püriert, geröstet oder in Suppen und Eintöpfen verwendet werden. Kartoffeln können auch zu Pommes Frites, Kartoffelpüree, Kartoffelgratin, Kartoffelsalat, Gnocchi oder Knödel verarbeitet werden.
Ein positiver Nebeneffekt ist die Tatsache, dass trotz Inflation und Co die Kartoffel verhältnismäßig noch relativ günstig im Einkaufswagen landet.
Erdäpfel-Schnitzel
4
Portionen1
StundeZutaten
1 kg mehlige Kartoffeln
1 Karotte
1 Ei
1 Bund Petersilie
100g Schinken oder Wurst
150g Mehl (griffig)
Pflanzenöl zum Braten
Salz, Pfeffer, Muskatnuss1 Magerjoghurt
1/2 Bund Schnittlauch
1/2 Bund Petersilie
1 Zitrone (Saft und Abrieb)
Salz, Pfeffer, etwas Chili
Anweisungen
- Erdäpfel kochen, schälen und durch eine Kartoffelpresse drücken (noch warm). In einer Schüssel mit roh geriebener Karotte, Ei, in Würfeln geschnittener Wurst und fein gehackter Petersilie vermengen. Anschließend die Masse mit den Gewürzen abschmecken.
- Aus dem Teig eine Rolle formen (eventuell braucht man dafür noch etwas Mehl). Anschließend mit einem Messer in Scheiben schneiden und daraus per Hand Laibchen formen.
- In einer Pfanne Öl erhitzen und darin die Erdäpfel-Schnitzel goldbraun ausbacken.
- Für den Dip die Kräuter fein hacken und mit dem Joghurt und den übrigen Zutaten vermengen. Natürlich könnt ihr den Dip auch bereits im Voraus zubereiten.
